Gründe für eine vegane Ernährung

Weshalb eigentlich vegan? Was spricht für eine vegane Ernährung? Welche Bedeutung hat eine vegane Ernährung für meine Gesundheit, die Umwelt und andere Lebenwesen?

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Gründe für Deine vegane Ernährung

Die vegane Ernährung und darüber hinaus auch die vegane Lebensweise insgesamt ist mittlerweile nicht einfach nur ein zeitweiliger Trend, sondern ein grundlegender gesellschaftlicher Prozess an Veränderungen in Bezug auf den individuellen Konsum, das eigene Gesundheitsbewusstsein, die Wertevorstellung von Individuen und das Verantwortungsgefühl gegenüber anderen Lebewesen und der Umwelt.

So ernähren sich in Deutschland aktuell rund 8 Millionen Menschen vegetarisch und 1,3 Millionen Menschen vegan. Dabei kommen täglich laut Schätzungen etwa 2.000 Vegetarierinnen und Vegetarier sowie 200 Veganerinnen und Veganer hinzu.

Auch global ist der vegane Trend zu erkennen. Die Anzahl der vegan-vegetarisch lebenden Menschen wird weltweit auf 1 Milliarde geschätzt.1 2

„Vegan“ wird über sämtliche mediale Kanäle mittlerweile überall gegenwärtig diskutiert und auch Du bist scheinbar darüber gestolpert =)

Doch was bewegt Menschen eigentlich dazu, sich für eine vegane Lebensweise zu entscheiden?

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Warum solltest Du Dich für eine vegane Ernährung entscheiden?

 

 

Weshalb eigentlich vegan?

Bei einer veganen Ernährung werden ausschließlich Lebensmittel pflanzlicher Herkunft und ihre Produkte konsumiert, das heißt es wird auf jegliches Konsummittel verzichtet, was tierischen Ursprungs ist.

Dieser Verzicht, wird von Menschen, die sich bewusst für eine vegane Ernährung entscheiden jedoch nicht als Verzicht erlebt, da diese bewusste Entscheidung auf verschiedenen Gründen basiert, welche für den Einzelnen als positive Veränderung erlebt werden.

Diese Gründe können dabei sehr vielfältig sein:

      • gesundheitliche Gründe
      • ethische Gründe
      • ökologische Gründe
      • religiöse Gründe
      • soziale Gründe
      • identitätsstiftende Gründe

Meist kommt es durch ein Zusammenwirken verschiedener Gründe und Einflussfaktoren zu der Entscheidung sich vegan zu ernähren.

So hast auch Du mit Sicherheit Deine persönlichen Gedanken zu den einzelnen Aspekten.

Die Art wie wir uns ernähren, hat dabei nicht nur Auswirkungen auf Deine eigene Gesundheit, sondern auch auf unsere Umwelt, andere Lebewesen und unsere Gesellschaft.

Der vegane Lebensstil kann dazu beitragen, die Umwelt zu schonen, Deine Gesundheit zu verbessern, sowie faire Wirtschaftsbedingungen und soziale Gerechtigkeit zu fördern.

 

Welche Bedeutung hat die vegane Ernährung
für unsere Gesundheit?

 

Die Zahl der adipösen Menschen und die Zahl stark übergewichtiger Kinder und Jugendlicher in Deutschland hat in den vergangenen Jahren zugenommen.3

Mit einem erhöhten Body-Mass-Index stehen auch weitere Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2 in Zusammenhang.4

Auch Campbell und Campbell5 kritisieren die Entwicklung der Ernährung der industrialisierten (westlichen) Länder.

Auf die Ergebnisse der China-Study stützend – eine bereits in den 1990er-Jahren durchgeführte Untersuchung zum Thema „vegane Ernährung und Gesundheit“ – merken sie warnend an, dass der starke Verzehr von tierischen Lebensmitteln die Morbidität und Mortalität ernährungsbedingter Krankheiten erhöht.

Sie zeigen dabei auch auf, dass im Umkehrschluss durch eine rein pflanzliche Ernährung das Risiko zahlreicher ernährungsbedingter Gesundheitsprobleme gesenkt werden kann (z.B. Krebs, Herzkrankheiten, Übergewicht, Osteoporose, Diabetes).

Das hohe Gesundheitspotential vollwertiger, also naturbelassener Lebensmittel liegt vor allem in der hohen Nährstoffdichte, bei gleichzeitig geringer Energiedichte.6

Zudem enthalten unverarbeitete, naturbelassene pflanzliche Nahrungsmittel viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe (Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine) und weniger problematische Inhaltsstoffe (gesättigte Fettsäuren, Cholesterin).

Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe findest Du ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln. Cholesterin, gesättigte Fettsäuren oder Purine sind dagegen in geringen Mengen bis gar nicht in vollwertig pflanzlichen Lebensmitteln enthalten.

Aber auch der Einsatz von Antibiotika und Hormonen in der Intensivtierhaltung, welche sich nachweislich in tierischen Produkten wiederfinden lassen7, sind ein guter Grund in seine eigene Gesundheit zu investieren und auf tierische Produkte zu verzichten.

 

 

Welche Bedeutung hat die vegane Ernährung
für das Klima und die Umwelt?

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Der Verzehr von tierischen Produkten ist mit einer unfassbar starken Umweltbelastung verbunden.

Denn die intensive Tierhaltung trägt erheblich zu treibhauswirksamen Schadstoffemissionen und zur Belastung von Boden und Grundwasser bei.8

Zudem werden Wälder – so auch Amazonasflächen – gerodet, um Futtermittel für die intensive Tierhaltung zu schaffen.

In Deutschland werden etwa 67% des angebauten Getreides an Tiere in der intensiven Tierhaltung verfüttert.9

Bei diesen intensiv bewirtschafteten Monokulturen werden Unmengen Mineralstoffdünger und Pestizide eingesetzt, welche zu einer erhöhten Belastung der Böden und des Grundwassers mit Nitrat, Phosphat und Pestizidrückständen führt.

Auch der Primärenergieverbrauch sowie der Wasserverbrauch ist bei der Produktion tierischer Lebensmittel höher als bei der Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln.10

So wird beispielsweise für die Produktion von 1kg Rindfleisch insgesamt eine Wassermenge von 15.400l verbraucht, wobei hingegen für 1kg Kartoffeln lediglich ein Wasserverbrauch von 290l entsteht.11

Die Kombination aus einem nachhaltigen,  ökologisch Landbau – allen voran die Permakultur – und einer veganen Ernährung kann dazu beitragen, Lebensmittel umweltschonend zu erzeugen.

Denn „die größte Umweltentlastungspotenziale [ergeben sich aus einer] veganen Ernährungsweise“.12

 

 

Welche Bedeutung hat eine vegane Ernährung
für andere Lebewesen?

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Hinter der „veganen Einstellung“ steckt unter anderem auch der Gedanke, dass wir Menschen mit unserem Konsumverhalten kein Tierleid verursachen sollten, und so bedeutet Veganismus gleichzeitig auch Tierschutz!

Für den Fleischkonsum der Menschheit sterben weltweit jährlich 56 Milliarden Tiere, Meeresbewohner nicht eingerechnet.

Zuvor mussten sie unter oft grausamen Umständen leben. Doch auch bei der Produktion von Milch und Eiern gibt es zahlreiche Missstände.

Missstände, die vielleicht nicht jedem bewusst sind und oft verdrängt werden.

Denn damit Kühe „Milch geben“, müssen sie ein Kälbchen bekommen.
Diese sind jedoch nur Mittel zum Zweck, denn die Kälber werden meistens direkt nach der Geburt oder nach einigen Tagen von den Muttertieren getrennt, obwohl die Kuh in der muttergebundenen Aufzucht ihr Kalb bis zu sechs Monate säugen würde.

Schließlich ist die Milch der Kühe in erster Linie für den Menschen bestimmt.13

Viele der weiblichen Kälber wachsen nun zur nächsten Milchkuhgeneration heran.
Die männlichen Kälber werden in der Regel gemästet.

Ein sehr ähnliches leidvolles Schicksal erfahren auch die männlichen Küken der Legehennen-Rassen.
Diese müssen bereits an ihrem ersten Lebenstag sterben, weil auch sie weder Eier legen noch für die Mast geeignet sind – sie fallen der Eierproduktion zum Opfer.

Neben diesen und zahlreichen weiteren Missständen der Intensivtierhaltung führt am Ende der letzte Weg aller landwirtschaftlich genutzter Tiere – egal, ob Masthuhn, -schwein oder -rind, Milchkuh oder Legehenne – früher oder später zum Schlachthof.

Der oft grausame Transport und Tod aller landwirtschaftlich genutzten Tiere bleibt keinem dieser fühlenden Lebewesen erspart.

Ein Zustand, den Du als Veganer nicht akzeptierst und unterstützt!!!

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Es gibt viele Gründe für eine vegane Ernährung.
Bei den meisten ist es eine Kombination verschiedener Gründe, extrinsischer und intrinsischer Art.

So hast auch Du Deine Gedanken, Überlegungen und Gefühle.

Vielleicht interessierst Du Dich für eine vegane Lebensweise, suchst aber noch nach Deinem Weg?

Vielleicht lebst Du bereits vegetarisch, und bist noch in dem Sprung zu einer veganen Ernährung?

Vielleicht kennst Du jemanden, der bereits vegan lebt, und lässt Dich davon inspirieren?

Vielleicht hast Du ein Schlüsselereignis erlebt, das Dich zum Umdenken gebracht hat?

Vielleicht suchst Du noch Deinen Grund?

 

 

Und so wie es den einen Grund für „vegan“ nicht gibt, so gibt es auch nicht das eine „vegan“.

Eine vegane Ernährung bedeutet nicht gleich eine gesunde, ausgewogene und vollwertige Ernährung.

Vegan muss auch nicht von heute auf morgen gelingen, sondern ist ein schrittweiser Prozess mit sukzessiven Veränderungen Deiner Essgewohnheiten.

Es ist Dein ganz persönlicher „veganer Weg“.

 

Und wenn Du möchtest, musst Du diesen nicht alleine gehen!
Ich begleite Dich als zertifizierte vegane Ernährungsberaterin auf Deinem Weg!

 

 

Und was sind Deine Gründe? Warum vegan für Dich?

 

 

 

Quellen

  1. Institut für Demoskopie Allensbach (2016): AWA 2016 – Allensbacher Marktanalyse Werbeträgeranalyse. Aufgerufen am 14.04.2020 unter: https://www.ifd-allensbach.de/fileadmin/AWA/AWA2016/Codebuchausschnitte/AWA2016_Codebuch_Essen_Trinken_Rauchen.pdf [14.04.2020].
  2. Skopos (2016): 1,3 Millionen Deutsche leben vegan. Aufgerufen am 14.04.2020 unter: https://www.skopos-group.de/news/13-millionen-deutsche-leben-vegan.html [14.04.2020].
  3. Bundeszentrum für Ernährung (2017). Mehr Kinder mit Adipositas: Vielfach lebenslange Gesundheitsbeeinträchtigungen.
  4. Deutsche DiabetesGesellschaft (2017). S2 Praxisempfehlungen, Prävention und Therapie der Adipositas.
  5. Campbell C., Campbell T. (2011): The China Study – The most comprehensive study of nutrition ever conducted and the startling implications for diet, weight loss, and long-term health. 417 S. Ben Bella Books, Dallas.
  6. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2014b). Energiedichte der Nahrung und Körpergewicht.
  7. Radnitz, C. Beezhold, B. Dimatteo, J. (2015): Investigation of lifestyle choices of individuals following a vegan diet for health and ethical reasons. Appetite, 90, 31-36.
  8. Umweltbundesamt (2015). Umweltbelastungen der Landwirtschaft.
  9. Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei (2016). Stellungnahme für BMEL Die Verfügbarkeit von nicht-gentechnische verändertem Soja aus Brasilien.
  10. Mekonnen, Hoekstra (2010). The green, blue and grey water footprint off arm animals and animal products.
  11. Leitzmann, C. & Keller, M. (2013). Vegetarische Ernährung. Stuttgart, Hohenheim: UTB GmbH.
  12. Meier, T. (2013). Umweltschutz mit Messer und Gabel. München: oekom Verlag.
  13. Tierschutzbund. Aufgerufen am 14.04.2020 unter: https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/veganismus/ [14.04.2020].

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